04.11.2020

Direktverkauf beim "Ferme de la Faye"

Bei Ruth et Christoph Schmid-Kohli


Direktverkauf beim "Ferme de la Faye"

Christelle Grangier, 2020

Offenbar haben zahlreiche Konsumentinnen und Konsumenten während des Lockdowns den Direktverkauf entdeckt. Dabei bieten Bauern verschiedene Waren schon seit vielen Jahren direkt ab ihrem Hof an, dasselbe gilt für weitere Anbieter. Der Biohofladen la Faye in Granges-Paccot verkaufte zwischen März und Mai 2020 so viele Waren wie noch nie. Dasselbe gilt bezüglich der Lieferung von Frucht- und Gemüsekörben und der Bestellungen von Biorindfleisch – Produkte, die der Hof ebenfalls anbietet. Rückblick auf einen ereignisreichen Frühling mit den Besitzern des Hofs La Faye, dem Ehepaar Ruth und Christoph Schmid.

 

«Während der Öffnungszeiten des Ladens bildete sich zwischen März und Mai jeweils eine Kolonne von 30 Autos auf unserem Zufahrtsweg!» In den 24 Jahren, in denen Ruth Schmid hier tätig ist, hat sie noch nie einen derartigen Andrang auf ihren Biohofladen La Faye in Granges-Paccot erlebt wie während des Lockdowns im Frühling 2020. Obwohl die Besucherzahlen seit fünf Jahren im Steigen begriffen sind, schlägt 2020 sämtliche Rekorde. «Jede Besucherin, jeder Besucher erhielt ein Ticket mit einer Nummer und wartete dann, bis sie oder er an die Reihe kam – das dauerte manchmal mehr als eine Stunde! Die Besucher warteten im Garten, unter Einhaltung eines gebührenden Abstands. Die Leute hatten Zeit, es störte sie nicht, dass sie warten mussten», erinnert sie sich. Seither scheint es, dass mit der erneuten Aufnahme der Tätigkeit ausser Haus gewisse (Einkaufs-)Gewohnheiten, die in diesem aussergewöhnlichen Frühling von neuen Kunden angenommen wurden, wieder abgelegt wurden.

 

Rückkehr zur «Normalität»

Der grosse Ansturm auf den Direktverkauf des Hofs la Faye hat sich nach der allmählichen Aufhebung der Einschränkungen ab Juni wieder gelegt. «Nach diesen zehn aussergewöhnlichen Wochen können wir weiterhin auf unsere Stammkunden zählen, die meisten Kundinnen und Kunden, die neu zu uns kamen, bleiben nun hingegen aus», stellt die Besitzerin fest. Die Hoffnung, dass die Ausnahmesituation vom Frühling die Konsumenten für die Qualität der Produkte sensibilisiert habe und dass der stressige Alltag überdacht und stärker auf eine Versorgung direkt an der Quelle gesetzt werde, hat Ruth Schmid aber noch nicht aufgegeben. Die nächsten Monate werden weisen, wohin der Weg führt!

 

 

Dreimal mehr Körbe geliefert als üblich

Das grosse Interesse für den Direktverkauf, das im Frühling zu verspüren war, übertrug sich auch auf die wöchentlichen Lieferungen von Frucht- und Gemüsekörben, die der Hof ebenfalls anbietet. «Von einem Tag auf den anderen haben sich die Bestellungen verdreifacht», verrät Ruth Schmid. Die Formel mit der Lieferung per Post ist für die Kundinnen und Kunden bequemer. Die Lieferung der Früchte und des Gemüses – mit der Möglichkeit, zusätzlich Bio-Eier und Bio-Käse zu bestellen –, erfolgt jeweils mittwochs und scheint längerfristig zu «ziehen». Seit der Aufhebung der meisten Beschränkungen ist hier kein merklicher Rückgang zu verzeichnen.

 

Fleisch: «weniger, dafür aber bessere Qualität» ist im Trend

«Beim Fleisch haben wir eine Warteliste von zwei Monaten» schmunzelt Ruth. Man muss aber auch sagen, dass der Verkauf von Bio-Angus-Fleisch schon seit mehreren Jahren gut läuft. Seit anfangs 2020 ist die Anzahl der Bestellungen in die Höhe geschossen. Es sind viele bewusst dazu übergegangen, weniger Fleisch zu konsumieren und statt auf die Menge auf Qualität zu setzen. Bei der Qualität geht die Familie Schmid keine Kompromisse ein, ebensowenig beim Tierwohl. Die Rinder werden von Mai bis Oktober auf der Alp Bî-Gîte oberhalb Cerniat gesömmert; die übrige Zeit des Jahres grasen sie in Granges-Paccot, rund um den Hof La Faye, sowie in Barberêche. Das Futter stammt ausschliesslich vom Betrieb und wird nach den Richtlinien von Bio-Suisse produziert. Kunden melden sich an und wählen die gesamte Menge (¼, ⅛ , Familienpack oder Kleinhaushalt) und die Portion pro Paket.

 

 

Bio seit 24 Jahren

Die Familie Schmid hat schon immer auf bio und auf kurze Wege dank Direktverkauf gesetzt. Mit seinen 8 Hektaren ist der Hof la Faye in Granges-Paccot ein eher kleiner Betrieb. Christoph und Ruth Schmid haben sich deshalb dafür entschieden, Äpfel anzubauen, ein paar Milchkühe zu halten und Getreide zu produzieren. Zusätzlich zum Land in Granges-Paccot bewirtschaftet das Bauernpaar weitere 26 Hektaren in Barberêche. Der Hof La Faye produziert Dinkel-, Roggen- und Weizenmehl in Bioqualität; gemahlen wird das Getreide in einer Steinmühle im Betrieb. Ein Teil der Äpfel wird für die Herstellung von Saft verwendet, der Rest der Ernte wird im Laden oder via Körbe verkauft. Die übrigen Bio-Früchte und -Gemüse, die im Laden verkauft oder via Körbe vertrieben werden, werden bei Gfeller in Sédeilles produziert oder von Terraviva Kerzers geliefert.

 

Die erweiterte Bio-Produktefamilie

Der Hofladen la Faye ist von Dienstag bis Freitag von 14 bis 19 Uhr sowie am Samstag von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Die Familie Schmid bietet ausschliesslich Bioprodukte an, die Frischprodukte stammen aus Betrieben aus der Region. Schmids wählen ihre Partner sorgfältig aus. «Die Frischprodukte, die wir im Hofladen verkaufen, werden uns von befreundeten Bio-Produzenten aus der Region geliefert: wir verkaufen Eier der Familie Zosso aus Cournillens, Bio-Gruyère AOP und Bio-Vacherin Fribourgeois AOP von der Käserei in Echarlens und Ziegenkäse von der Käserei La Pastourelle in Gibloux», führt Ruth Schmid aus.

 

Produzenten-Seite : La Ferme de la Faye
Website : Ferme de la Faye